Eine Lösung, die sich über Jahre weiterentwickelt – genau wie die besondere Freundschaft von Ralf und Boss
Manche Pferdegeschichten beginnen mit einer langen Suche. Andere mit einem Foto auf einem iPhone.
Bei Ralf Bergemann und Tuckers Smart Boss war es irgendwie beides.
Ralf hatte schon länger nach einem neuen Pferd gesucht. Ein echtes Westernpferd sollte es sein, nachdem sein Berufsalltag wieder mehr Raum für ein eigenes Pferd ließ. Und einige Vorstellungen waren ziemlich konkret: ein American Paint Horse, Buckskin – ein bisschen wie Cisco aus „Der mit dem Wolf tanzt“. Schließlich hatte ihn bereits zuvor ein Paint Horse begleitet.
Doch so richtig wollte der Funke nicht überspringen. Mal war das Pferd zu weit entfernt, mal stimmte der Typ nicht. Irgendwann stellte Ralf die Suche ein. Bis seine Freundin Sina am 11. September 2023 lachend mit ihrem iPhone vor ihm stand: „Ich habe dein Pferd gefunden.“
Auf dem Display: ein staksiges, buckskinfarbenes Tobiano-Hengstfohlen. Nur etwa 45 Minuten entfernt. Noch in derselben Nacht träumte Ralf von ihm.
Boss oder keiner
Wenige Tage später stand Ralf am Weidezaun der Züchterin. Vor ihm sechs Pferde, Boss ganz hinten. Ralf rief nach ihm – und das Hengstfohlen drängelte sich durch die anderen Pferde und kam direkt zu ihm.
„Ich hatte Tränen in den Augen und wusste – oder besser: fühlte – Boss oder keiner.“ Eigentlich hatte Ralf sich vorgenommen, niemals beim ersten Kennenlernen eines Pferdes sofort einen Kaufvertrag zu unterschreiben. Bei Boss hielt dieser Vorsatz genau bis zu diesem Tag.
Heute ist Tuckers Smart Boss drei Jahre alt, rund 150 Zentimeter groß und ein echter Stock Type. In seinem Pedigree finden sich Namen wie Hollywood Jac 86, Smart Chic Olena, Smart Little Lena oder Doc Bar – viel Cutting- und Cowhorse-Blut und damit genau das, was Ralf gesucht hatte.
Und Boss bringt nicht nur optisch einiges davon mit. Er ist nervenstark, intelligent und reagiert auf feinste Signale. Gleichzeitig hat er eine ziemlich klare Vorstellung davon, wie Kommunikation funktionieren sollte. Wird ihm etwas nicht verständlich oder entsteht zu viel Druck, macht er zu.
„Das ist manchmal anstrengend, aber gleichzeitig auch eine ziemlich gute Schule für mich. Boss zwingt mich, meine Kommunikation zu hinterfragen und verständlicher zu werden.“
Viel gemeinsame Zeit – aber noch ohne Reiten
Obwohl Ralf nahezu täglich bei Boss ist, spielt Reiten in ihrem gemeinsamen Alltag bislang keine Rolle. Ganz bewusst.
Boss soll Zeit bekommen, sich körperlich und mental zu entwickeln. Stattdessen besteht sein Alltag aus Freiarbeit, Horsemanship, Spaziergängen, Bodenarbeit und Gelassenheitstraining. Gemeinsam mit Ralfs Freundin und Boss’ Halbbruder ist das Duo außerdem Teil der Reiterstaffel des Roten Kreuzes. Auch auf diesen späteren Einsatz wird Boss Schritt für Schritt vorbereitet.
Wobei „Gelassenheit“ bei Boss offenbar weniger das Problem ist. Das entsprechende Training fand er schnell ziemlich langweilig. Spannender war für ihn die Ausstattung des Feuerwehrfahrzeugs, die er sich lieber ganz genau ansah.
Überhaupt ist Boss neugierig. Und ziemlich clever. Die Riegel seines Offenstalls musste Ralf bereits austauschen, nachdem Boss herausgefunden hatte, wie man sie öffnet – und seinem Besitzer im Winter kurzerhand auf dem Parkplatz entgegenkam.
Seitdem gibt es bei neuen Ideen im Stall eine zusätzliche Prüfkategorie: Ist das wirklich Boss-sicher?
Doch nicht jeder gemeinsame Tag braucht ein Trainingsziel. Manchmal setzt sich Ralf einfach mit einem Buch auf die Weide, während Boss neben ihm grast. Und manchmal liest er ihm vor - natürlich Westerngeschichten.
„Warum gibt es eigentlich kein Futter, das ich einfach nur füttern muss?“
So entspannt Ralf Boss’ Entwicklung angeht, so klar war für ihn von Anfang an, dass er sich mit seiner Fütterung intensiv auseinandersetzen wollte.
Aus den Erfahrungen mit seinem vorherigen Pferd kannte er allerdings auch die andere Seite: unterschiedliche Futtermittel, Zusätze und Mengen, die miteinander kombiniert werden müssen.
„Irgendwann dachte ich: Warum gibt es eigentlich kein Futter, das ich einfach nur zu füttern brauche? Ich will doch keinen eigenen Veredelungsbetrieb aufmachen.“
Gleichzeitig suchte Ralf nach einer Lösung, die nicht nur zum Boss von heute passt. Denn gerade bei einem jungen Pferd verändert sich viel: Wachstum und Entwicklung, Haltung, Weidezeit und Raufutterangebot, später Training und Arbeit. Sein Wunsch war deshalb eine Fütterung, die sich am Pferd orientiert – und sich mit ihm verändern kann. „Eigentlich wünschte ich mir genau das, was ich für meinen Hund schon hatte: ein maßgeschneidertes Futter, das zu meinem Tier passt und nicht umgekehrt.“
Bei der gemeinsamen Recherche stieß Sina schließlich auf Carevallo. Ralf buchte ein Infogespräch – und der Weg zum Rundum-Sorglos-Abo war anschließend kurz. Seit Boss bei ihm lebt, bekommt er Carevallo.
Ein Tag-1-Carevallo-Pferd
Einen spektakulären Vorher-Nachher-Vergleich kann Ralf deshalb nicht erzählen. Und genau das macht seine Erfahrung so interessant. „Boss ist ein Tag-1-Carevallo-Pferd.“
Als Boss vom Züchter zu Ralf zog, wurde seine Fütterung direkt auf Carevallo umgestellt. Deshalb wäre es für Ralf nicht seriös, bestimmte Entwicklungen auf einen Futterwechsel zurückzuführen.
Boss ist gesund, wird langsam aufgebaut und soll möglichst gute Voraussetzungen für seine weitere Entwicklung bekommen. Für Ralf gehört eine passende Fütterung genau dazu.
Nur beim Geschmack brauchte Boss anfangs etwas Überzeugung. Nach dem Umzug war er zunächst mäkelig und kannte Futter in dieser Form kaum. Ralf meldete sich bei Carevallo, die Rezeptur wurde angepasst – und damit war das Thema erledigt. Heute wird der Futtereimer mit einem Brummeln begrüßt und vollständig geleert.
Futter für Boss – nicht Boss für das Futter
Was Ralf an seiner heutigen Fütterung besonders schätzt, lässt sich auf einen einfachen Gedanken herunterbrechen: „Futter für mein Pferd, nicht Pferd für das Futter.“
Statt verschiedene Komponenten selbst zusammenzustellen, bekommt Boss seine individuelle Mischung. Für Ralf bedeutet das im Alltag vor allem eines: Einfachheit. Er portioniert das Futter vorab in einzelne Beutel. Pro Tag bekommt Boss einen davon. So kann die Fütterung auch dann unkompliziert übernommen werden, wenn Ralf im Urlaub oder beruflich unterwegs ist.
Kein komplizierter Zettel an der Futterkammer. Kein „50 Gramm hiervon, einen Löffel davon und aus der anderen Tonne noch eine Handvoll“. Ein Beutel. Boss’ Futter. Fertig.
Dabei ist für Ralf gerade wichtig, dass „einfach“ nicht „oberflächlich“ bedeutet. Im Gegenteil. Hinter der unkomplizierten täglichen Routine steht eine Rezeptur, die auf Boss abgestimmt ist und angepasst werden kann, wenn sich seine Situation verändert.
Genau das ist bereits passiert. Boss wächst, die Bedingungen verändern sich mit den Jahreszeiten und auch seine anstehende Kastration wurde bei der Fütterungsplanung berücksichtigt.
Was Ralf dabei selbst lernen musste: Auch das beste individuelle Konzept kann nur mit den Informationen arbeiten, die vorliegen. Boss’ Profil regelmäßig zu aktualisieren, gehört deshalb inzwischen selbstverständlich dazu.
Verantwortung heißt nicht, alles selbst machen zu müssen
Ralf arbeitet in der Luftfahrt. Und vielleicht kommt daher auch seine ziemlich pragmatische Sicht auf Expertise.
„Da lasse ich das Flugzeug ja auch nicht vom Passagier warten. Das machen Experten. Und so sollte es auch beim Futter sein.“
Natürlich trägt er selbst die Verantwortung für Boss. Gerade deshalb möchte er Entscheidungen nicht auf Halbwissen stützen oder selbst zum Futtermittel-Experten werden müssen.
Er möchte seine Zeit lieber dort investieren, wo Boss ihn tatsächlich braucht: in ihre Beziehung, seine Ausbildung und die vielen kleinen Schritte auf dem Weg zum Reitpferd.
Irgendwann möchte Ralf mit Boss reiten, cutten und Cattlework machen. Bis dahin haben die beiden noch jede Menge Zeit. Zeit für Bodenarbeit und Spaziergänge. Für die Reiterstaffel. Für Diskussionen mit einem hochintelligenten jungen Paint Horse. Und zwischendurch auch einfach dafür, gemeinsam auf der Weide zu sein. Ralf liest. Boss grast. Und um das tägliche Futter muss sich zumindest einer von beiden keine großen Gedanken machen.
„Carevallo macht unseren Alltag ziemlich unspektakulär. Und genau das ist für mich
der größte Vorteil.“